Am Mittwoch, dem 27. Juni hatten wir unseren ersten Studiodrehtag im TV Studio an der FH Salzburg. Der Produktionsplan sah sämtliche Shots und Sequenzen vor, die auf Fernsehern und Bildschirmen laufen werden.
Es ging also einerseits um die Infizierte Evelyn (Caroline Mercedes Hochfelner), die davon berichtet, wie schön ihr Leben außerhalb der Stadtmauern sei, sowie einer Sonderausgabe der Stadtnachrichten (Moderator gespielt von Johann Hirzinger) mit einem Interview eines angesehenen Wissenschaftlers (Gianni Stiletto) über die Krankheit. Gleich vorweg ein herzliches Dankeschön an unsere SchauspielerInnen!
Der Tag begann um halb neun am Vormittag mit dem Ausfassen des Equipments. Obwohl es sich „lediglich“ um TV-Beiträge handelten sollte, war es uns wichtig wieder mit der ARRI ALEXA zu drehen um einen durchgehenden visuellen Look für die gesamte Produktion zu gewährleisten, darauf einigten sich Regie, Kamera und VFX schon früh.
Für Technik-Interessierte: Wir drehen Back to the Roots mit einer ARRI ALEXA in LogC in 24 fps ProRes 4444 auf SxS Karten. Unser Regisseur bekommt zur Ansicht ein Rec709 Signal auf seinen Monitor.
Den Vormittag verbrachten wir mit Aufbau, Ausleuchtung (danke an Fabian Uitz) und Tests bis am Nachmittag unsere erste Schauspielerin Caroline mit dem Zug aus Graz eintraf und gleich zu Stefanie Bachmair in die Maske geschickt wurde. Produzentin Elisabeth Güntner unterstützte sie dabei, obwohl sie zusätzlich ja auch noch Aufnahmeleitung und Script machte – puh!
Die Szene mit Caroline wurde vor Bluescreen aufgenommen, da sie später im Freien spielen sollte, wir aber aufgrund der Kontrollierbarkeit von Licht und Umgebung und kurzen Umbauzeiten das Studio bevorzugten. Von Cornelia Bader, unserem Head von VFX fiel auch die Entscheidung Caroline vor Blau zu filmen, da ein Dreh vor Grün aufgrund ihrer blonden Haare die Sache für die VFX erschwert hätte. Die Farbtrennung von Gelb/Blau ist da um einiges leichter. Auch wurden Trackingmarker geklebt, um die subtilen Kamerabewegungen von D.o.P. Felix Pflieger und Christian Kermer später im Compositing nachzuvollziehen zu können.
Für die Szene mit Johann Hirzinger, unserem TV Moderator, verlief der Umbau sehr schnell, da nicht viele Requisiten gebraucht wurden und auch die neue Ausleuchtung schnell vonstatten ging. Als besonderes Requisit drückten wir Johann eine Sonderanfertigung von Manuel Eder in die Hand: Eine schwarze Carbonplatte mit Alugriff, Glasplatte und unserem Stadtwappen als futuristisches Äquivalent von Moderationskarten.
Der Ton wurde von Ariane Pellini zur Sicherheit doppelt abgenommen: Auf einer Spur über das TV-übliche Ansteckmikrofon, auf der anderen nochmals über ein Senheiser Richtmikro auf Tonangel, da die Funkmikros sich als die reinsten Batteriefresser herausstellten und wir auf Nummer sicher gehen wollten.
Wir nahmen den TV Moderator im Gegensatz zu Caroline vor Grün auf, auch hier ging es darum, eine möglichst gute Farb- und Tonwerttrennung von Vorder- und Hintergrund zu haben.
Für die Interviewsituation zwischen Johann und Gianni improvisierte Regisseur Markus Auzinger schnell einen Teleprompter: In Adobe Premiere lud er den Text in den Titelgenerator und erstellte so einen großen Lauftext, der sich relativ problemlos in seiner Geschwindigkeit beeinflussen ließ. Das Notebook wurde einfach auf einen Tisch knapp unter die Kameralinse gestellt und funktionierte fast problemlos. Dennoch musste immer jemand bereit sein, schnell auf Pause zu drücken oder den Bildschirm wieder vor dem Abdunkeln zu bewahren.
Da sich die beiden Interviewpartner terminlich nicht gegenübersitzen konnten, übersieldeten wir unser Set vom TV Studio in einen Konferenzraum um die Antworten des Experten auf die Fragen des Moderators aufzuzeichnen.
Dank eines 2000 Watt HMIs und des kleinen Raums war es sehr schnell brütend heiß. Umso schlimmer für Gianni, der seiner Rolle entsprechend ein weißes Rollkragenshirt, einen Laborkittel und Latexhandschuhe trug. Bei diesen Shots hatten wir wenigstens mit keinen VFX zu rechnen und so mussten sich nur so viele Leute wie wirklich nötig im „Brutkasten“ aufhalten. Auch ich befand mich darin und übernahm den Ton, da Ariane leider weg musste. So ist das an einem kleinen Set. Zum Glück erwies sich der von mir gepegelte Ton beim ersten Testhören als durchaus brauchbar.
Und fast schon überraschend war eine halbe Stunde früher als geplant Drehschluss, weil wir alles hatten, was wir uns an diesem Tag zum Ziel setzten. Einzig unser Data Wrangler Philipp Götz war noch einige Zeit damit beschäftigt, die S×S-Karten und Audio-Aufzeichnung auf zwei Festplatten zu spielen.
Am Ende des Tages hatten sich ca. 145 GB an Daten gesammelt. Für den Hauptdreh haben wir und schon vorgemerkt, dass wir mehrere und größere Festplatten organisieren müssen.




